Projektstand

Anpflanzungen

Im August 2018 fand die erste Pflanzung von Rohrkolbenröhricht statt. Für diese frühe Pflanzung wurde Pflanzenmaterial aus einem vorhergehenden Projekt verwendet. Zwischen Juni und September 2018 wurde am Bienener Altrhein Saatgut von Röhrichtpflanzen gesammelt. Dieses Saatgut wurde von einer Gärtnerei übernommen, die 12.550 Setzlinge daraus produziert hat. Damit die jungen Pflanzen optimale Bedingungen am Bienener Altrhein vorfinden, wurden im April und im Mai diesen Jahres Einzäunungen mit Gittermatten und Wildzäunen hergestellt. Die mühsame Arbeit hat sich gelohnt: Im August konnten rund 3.000 Setzlinge per Hand in den Schlamm bzw. in bis zu 30 cm Wassertiefe gepflanzt werden. Gepflanzt wurden Schmalblättriger Rohrkolben, Breitblättriger Rohrkolben, Schlanksegge, Schilf und Wasserschwaden. Bis zu zehn Helfer waren dafür im Einsatz.

 

Kontrolle der Nutria

Um die Röhrichte außerhalb der Käfige vor Fraß zu schützen wurde ein speziell ausgebildeter Jäger eingestellt. Zunächst wurden verschiedene Fallenmeldesysteme getestet und die Fallen im Hinblick auf den Tierschutz optimiert. Mit den so optimierten Fallen wird seit Januar 2019 im Projektgebiet gefangen. Erste Erfolge zeigen sich bereits im südlichen Bereich des Bienener Althreins. Dort konnten Röhrichtpflanzen wieder neu austreiben oder haben sich neu angesiedelt.
Die getöteten Tiere werden nachhaltig verwertet. Ein Teil dient als Tierfutter für einen benachbarten Wildpark, ein Teil der Tiere geht zur Verwertung der hochwertigen Winterfelle in eine an ökologischen Kriterien ausgerichtete Fellverarbeitung und ein Teil wird vor Ort für Aasfresser belassen.

Erfolgskontrolle

Die Röhrichte und Schwimmblattgesellschaften wurden in 2018 dokumentiert. Zusätzlich fanden 2018 und 2019 Befliegungen statt, die sehr genaue Orthophotos liefern. Diese Fotos aus der Luft helfen bei den Bestandserfassungen und geben einen guten Überblick zur Dokumentation und Veranschaulichung der Ergebnisse. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Projekt auf dem richtigen Weg ist. Das Röhricht hat sich innerhalb und außerhalb des fraßgeschützen Bereichs ausgedehnt. An manchen Flächen hat es sich sogar neu angesiedelt. Hierbei hat es auch von der Trockenheit im vergangenen Jahr profitiert.  
Auch die neuen Röhrichtanpflanzungen werden überprüft. Dazu wurden im August Untersuchungsflächen angelegt. Als vorläufiges Ergebnis kann festgehalten werden, dass eine Ausbreitung des Röhrichts erfreulicherweise schon gelungen ist.
Hinsichtlich der Schlammfluren sind ebenfalls Untersuchungen erfolgt mit positiven Ergebnissen. Allerdings war das Jahr 2018 aufgrund der Trockenheit ein außergewöhnlich gutes Jahr für Schlammfluren und ist deshalb nicht vergleichbar mit anderen Jahren. Es konnte aber gezeigt werden, wie wichtig die Schlammfluren als Keimflächen für Röhrichtarten sind.
Die Ergebnisse des Nutria-Monitorings werden erst Ende 2019 feststehen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Waal wurde bereits 2019 mit der Erstellung eines Monitoringkonzeptes und Durchführung einer ersten Untersuchung begonnen. Dadurch steht jetzt eine erprobte Methodik zur Verfügung. Die ersten Zahlen deuten darauf hin, dass das Fangen der Nutria sehr effektiv zu sein scheint.

 

 

Orthofotos eines Röhrichtbestandes im Süden des Bienener Altrheins.